Fakten zur Pille
- Wie wirkt eigentlich die Pille?
- Wie wende ich die Pille an?
- Ab wann bin ich vor einer Schwangerschaft geschützt? Und wirkt die Pille auch in der 7-tägigen Pillenpause?
- Wie sicher kann ich mir mit der Pille sein?
- Muss ich die Pille immer stündlich genau einnehmen?
- Kann es sein, dass ich von der Pille zunehme?
Wie wirkt eigentlich die Pille?
Die Pille stört den Ablauf des natürlichen Menstruationszyklus.
Während des natürlichen Zyklus müssen ganz bestimmte Mengen der einzelnen Hormone zu ganz bestimmten Zeiten gebildet werden, um einen Eisprung auszulösen und eine Einnistung der befruchteten Eizelle zu ermöglichen. Führt man den ganzen Zyklus über ein synthetisches Estrogen und ein dem Progesteron entsprechendes synthetisches Gestagen zu, wie das durch die Anwendung der „Pille“ geschieht, können die notwendigen Signale nicht ausgelöst werden. Dadurch reift keine Eizelle heran und der Eisprung bleibt aus. Da die Verhinderung des Eisprunges der Hauptwirkmechanismus ist, werden „Pillen“ in der Fachsprache oft auch als Ovulationshemmer (Ovulation = Eisprung) bezeichnet.
Über diesen wesentlichen Wirkmechanismus hinaus wirkt die „Pille“ noch über mindestens zwei weitere Wege. So sorgt sie dafür, dass die allmonatlich zum Zeitpunkt des Eisprunges einsetzende Verflüssigung des Schleimpfropfes am Gebärmutterhals ausbleibt. Der Schleim bleibt dickflüssig, zäh und für Samenfäden undurchdringbar.
Außerdem wird durch die „Pillen“-Hormone der Aufbau der Gebärmutterschleimhaut gestört. Wenn es in extrem seltenen Fällen doch zu einem Eisprung und einer Befruchtung kommen sollte, könnte die Gebärmutter ein befruchtetes Ei gar nicht aufnehmen. Da jedoch bei regelmäßiger Pillen-Anwendung in nahezu 100 % der Fälle der Eisprung verhindert wird und darüber hinaus eine Befruchtung unterbleibt, weil der zähe Schleimpfropf am Gebärmutterhals ein Eindringen der Samenfäden verhindert, kommt dieser „letzte“ Wirkmechanismus nur in seltenen Einzelfällen zum Tragen.
So bist du dreifach vor einer Schwangerschaft geschützt.
Wie wende ich die Pille an?
Für Kombinationspillen im Allgemeinen gilt, dass du über 21 Tage jeden Tag eine Pille einnimmst. Danach folgt eine 7-tägige Pillenpause, in der deine Regel einsetzt.
Am besten liest du dir aber, bevor du mit deiner Pille startest, genau die Packungsbeilage durch. Da steht alles, was du wissen musst. Nimmst du sie regelmäßig ein, kann dich die Pille zu 99% vor einer ungewollten Schwangerschaft schützen.
Ab wann bin ich vor einer Schwangerschaft geschützt? Und wirkt die Pille auch in der 7-tägigen Pillenpause?
Hast du mit der Einnahme wie vorgeschrieben begonnen (am 1. Tag der Blutung bei erstmaliger Anwendung, spätestens nach 7-tägiger Pause beim Präparate-Wechsel), besteht vom ersten Anwendungstag an – und natürlich auch während der 7-tägigen Pause – der gewünschte hohe Empfängnisschutz. Bei späterem Einnahmebeginn solltest du während der ersten 7 Tage zusätzlich verhüten.
Wie sicher kann ich mir mit der Pille sein?
Bei regelmäßiger Einnahme schützt dich die Pille zu 99%. So sicher ist kein anderes Verhütungsmittel. Sieht man einmal von der Sterilisation ab, die allerdings nur zu empfehlen ist, wenn du wirklich keine Kinder mehr haben möchtest. Denn die Pille kannst du absetzen, sobald du dir Kinder wünschst, eine Sterilisation jedoch kann man nicht mehr rückgängig machen.
Muss ich die Pille immer stündlich genau einnehmen?
Die meisten modernen Pillen sind sogenannte Mikropillen. Für all diese Präparate gilt, dass sie regelmäßig eingenommen werden müssen, wobei es im Ausnahmefall durchaus einmal möglich ist, eine vergessene Einnahme innerhalb von 12 Stunden nachzuholen.
Regelmäßige Einnahme bedeutet bei Mikropillen also nicht, dass du die Pille stündlich genau einnehmen musst, doch solltest du dir für die tägliche Einnahme einen festen Zeitpunkt im Tagesablauf suchen, damit du sie nicht vergisst. Dies kann z. B. stets vor dem Schlafengehen, beim Mittagessen oder nach dem Aufstehen sein, wobei es für die Sicherheit unerheblich ist, wenn sich die Zeiten z. B. am Wochenende auch einmal verschieben. Selbst 2-3 Stunden Unterschied spielen keine Rolle, denn auch dies ist noch eine regelmäßige Einnahme.
Nur bei den relativ seltenen Minipillen (enthalten nur einen Wirkstoff in niedriger Dosierung) sollte die Einnahme tatsächlich stündlich genau erfolgen.
Kann es sein, dass ich von der Pille zunehme?
Eigentlich nicht, denn Fakt ist, dass die Pillen-Anwendung nicht dazu führt, dass Mädchen und Frauen übergewichtig werden oder grundsätzlich an Gewicht zunehmen. Wäre es tatsächlich so, würden 80% aller Frauen in jungen Jahren deutlich zunehmen, denn so viele haben in Deutschland Erfahrungen mit der Pille. Während bei Anwendung älterer Pillen-Präparate eine Appetitzunahme und daraus resultierend eine allmähliche Gewichtszunahme infolge vermehrter Nahrungsaufnahme nicht immer ausgeschlossen werden konnte, ist bei modernen, gut verträglichen Mikropillen mit einer Appetitsteigerung kaum mehr zu rechnen.
Bei wissenschaftlichen Studien, in denen auch das Körpergewicht während der Pillen-Anwendung beobachtet wird, bleibt bei Anwendung moderner, niedrig dosierter Mikropillen das durchschnittliche Gewicht aller beobachteten Frauen meist konstant oder erhöht sich nur geringfügig. Das bedeutet, wenn einige Frauen durch die Einnahme einer Pille zugenommen haben, müssen andere genauso viel an Gewicht verloren haben.
Dennoch beobachten einige Frauen gerade in den ersten Monaten der Pillen-Einnahme plötzlich ein um 1-2 kg höheres Körpergewicht. Dabei handelt es sich nicht um eine Zunahme im eigentlichen Sinne, denn der Anteil an Fettgewebe bleibt meist unverändert. Es wird lediglich etwas mehr Wasser ins Gewebe eingelagert.
Auch dieses wird oft als störend empfunden. Denn zum einen freut sich keine junge, moderne und körperbewusste Frau, wenn die Waage 2 kg mehr anzeigt, und zum anderen verursacht eine vermehrte Flüssigkeitseinlagerung nicht selten auch störende Beschwerden, wie z. B. Brustspannen oder das Anschwellen der Finger bzw. Beine.
Warum kommt es aber überhaupt dazu? Wasser ist ein wesentlicher Körperbestandteil. Der menschliche Körper besteht zu 60% aus Wasser. Schon ein geringer Flüssigkeitsmangel wirkt sich ungünstig auf die Nieren, den Blutdruck und Stoffwechselfunktionen aus. Deshalb ist der Körper stets bemüht, einem Flüssigkeitsmangel vorzubeugen, indem bei unzureichender Flüssigkeitszufuhr oder vermehrtem Verbrauch Wasser und Mineralien im Bedarfsfall zurückgehalten und nicht ausgeschieden werden. Andererseits ist es auch nicht günstig, wenn zu viel Wasser ins Gewebe eingelagert wird. Dadurch kann es zum bereits genannten Anschwellen der Extremitäten, zum raschen Gewichtsanstieg oder auch zu einer Zunahme des Blutdruckes kommen.
Die weiblichen Hormone, die Estrogene, fördern die Einlagerung von Wasser ins Gewebe. Im natürlichen Menstruationszyklus oder auch während der Schwangerschaft dient das Progesteron (das Gelbkörperhormon) als natürlicher Gegenspieler des Estrogen u.a. auch dazu, das Gleichgewicht im Wasserhaushalt aufrechtzuerhalten und einer estrogenbedingten vermehrten Wassereinlagerung entgegenzuwirken. Allerdings kann dieser Effekt bei Störungen in der hormonellen Balance beeinträchtigt sein, was sich bei einigen Frauen vor allem in Symptomen äußert, die kurz vor der Regelblutung auftreten.
Heute jedoch gibt es moderne Pillen, die ein Gestagen enthalten, welches wie das natürliche Gelbkörperhormon Progesteron in der Lage ist, Wassereinlagerungen zu bremsen. Frag’ deinen Frauenarzt nach einer Pille, die dein Gewicht nicht beeinflusst, dann wird er dir das entsprechende Präparat aufschreiben.

