Weitere Fragen
- Wo kann ich mehr über Verhütung erfahren?
- Welche schwerwiegenden Nebenwirkungen wurden unter der Pille beobachtet?
- Wann darf ich die Pille nicht nehmen? (Gegenanzeigen)
Wo kann ich mehr über Verhütung erfahren?
Auf dieser Internetseite haben wir viele Informationen zum Thema Verhütung und die unterschiedlichen Verhütungsmethoden für dich zusammen gestellt.
Eine individuelle Beratung können und wollen wir aber nicht ersetzen. Bei allen Fragen rund um die richtige Verhütung ist dein Frauenarzt der richtige Ansprechpartner. Er hilft dir gerne weiter.
Welche schwerwiegenden Nebenwirkungen wurden unter der Pille beobachtet?
Schwere Komplikationen treten bei gesunden Frauen, die mit einer Pille verhüten, nur äußerst selten auf. Bei Frauen mit bestimmten Erkrankungen oder vorliegenden Risikofaktoren muss immer eine individuelle Nutzen-Risiko-Abwägung durch den Arzt vorgenommen werden. Vor allem, wenn beim Vorliegen bestimmter Risiken eine Pille angewendet wird, sollten regelmäßige Kontrolluntersuchungen vorgenommen werden, um schweren Komplikationen vorzubeugen.
Schwarz auf weiß
Lies Dir bitte immer den Beipackzettel durch. Hier sind u. a. die Nebenwirkungen der Pille aufgelistet. Es mag sein, dass Dich das, was dort steht, abschreckt. Dazu musst Du wissen, dass auf einem Beipackzettel vom Gesetz her alle Reaktionen aufgeführt werden müssen, die bisher jemals bei der Einnahme des Präparates beobachtet wurden. Das bedeutet natürlich nicht, dass Du all diese Erscheinungen auch spüren wirst! Denn die modernen, niedrig dosierten Pillen, sind sehr viel besser verträglich als noch vor wenigen Jahren
Im Folgenden findest Du gut verständliche Erklärungen zu einigen dieser genannten Nebenwirkungen.
Befindlichkeitsstörungen
Es kommt vor, dass der Körper sich erst auf die Pille einstellen muss. Man verspürt dann vielleicht Übelkeit, Stimmungsschwankungen, Bauchschmerzen, ein Spannungsgefühl in den Brüsten oder Kopfschmerzen. Schon nach kurzer Zeit können diese Symptome verschwunden sein. Wenn sie aber besonders stark auftreten oder nach mehreren Einnahmezyklen immer noch bestehen, solltest Du mit Deiner Frauenärztin oder Deinem Frauenarzt sprechen.
Zwischenblutungen
Sie treten gelegentlich während der ersten drei Monate der Pilleneinnahme auf und sind normalerweise kein Grund zur Beunruhigung. Es ist ganz wichtig, dass die Pille weiterhin regelmäßig eingenommen wird, denn sonst wirkt sie nicht mehr zuverlässig und eine Schwangerschaft wird möglich. Wenn Zwischenblutungen mehrmals in einem Monat auftreten oder länger als einige Tage anhalten, dann wende Dich bitte an Deine Frauenärztin oder Deinen Frauenarzt.
Ausbleiben der Regelblutung
Wenn die Regel ausbleibt, denken viele bestimmt als erstes, sie seien schwanger. Doch wenn die Pille jeden Tag etwa zur selben Zeit und ohne verlängerte Einnahmepause eingenommen wurde, wenn weder schwerer Durchfall noch Erbrechen aufgetreten sind und wenn keine anderen Arzneimittel eingenommen wurden, dann ist eine Schwangerschaft sehr unwahrscheinlich. Gab es aber Unregelmäßigkeiten bei der Einnahme und fand Geschlechtsverkehr statt, dann solltest Du beim Arzt einen Schwangerschaftstest machen lassen.
Mögliche Hinweise auf schwere Komplikationen
Bei nur sehr wenigen Mädchen oder Frauen treten ernsthafte Probleme durch die Pille auf. Aber trotzdem sollte auf folgende Warnsignale oder Symptome geachtet werden:
- Zeichen einer venösen oder arteriellen Thrombose
Dazu zählen: starke Schmerzen und/oder Schwellungen in einem Bein, plötzlich starke Schmerzen in der Brust, möglicherweise in den linken Arm ausstrahlend, Atemnot oder Husten ohne klare Ursache, ungewöhnlich starke Kopfschmerzen oder Verschlechterung einer Migräne, teilweiser oder kompletter Sehverlust oder Doppeltsehen, undeutliche Sprache oder Probleme beim Sprechen, Schwindel oder Ohnmacht, Schwäche oder Taubheit in einem Körperteil. - Knoten in der Brust
- Akute Gelbsucht
- Ungewöhnlich starke Bauchschmerzen
- Über Monate anhaltende oder erneut auftretende Zwischenblutungen
- Zweimalig ausbleibende Abbruchblutungen
Verdacht auf Vorliegen einer Schwangerschaft
Wenn eines oder mehrere dieser Symptome oder Erkrankungen auftreten, muss die Pille sofort absetzt und der Frauenarzt konsultiert werden. Zwischenzeitlich sollte zur Verhütung eine Barriere-Methode, z.B. ein Kondom verwendet werden. Auch wenn während der Einnahme Gegenanzeigen auftreten, auf die unter „Wann darf die Pille nicht eingenommen werden“ eingegangen wird, ist die Pille abzusetzen.
Positive Begleiterscheinungen
Die modernen Pillen haben aber auch positive Begleiterscheinungen:
- Die Blutungen sind kürzer und weniger stark.
- Zwischenblutungen treten seltener auf, als ohne Pille.
- Bestimmte Pillen helfen sogar Akne in den Griff zu kriegen.
Wann darf ich die Pille nicht nehmen? (Gegenanzeigen)
Frauenarzt bzw. Frauenärztin wissen es ganz genau
Es kommt äußerst selten vor, dass eine Frau die Pille nicht nehmen darf. Zum Beispiel wenn folgende medizinische Gründe vorliegen:
- Schwangerschaft oder Verdacht darauf
- Bestehende oder vorausgegangene Blutgerinnsel (Thrombose) in einem Blutgefäß in einem Bein (Thrombose), in der Lunge (Embolie) oder in anderen Organen
- Bestehender oder vorausgegangener Herzinfarkt oder Schlaganfall
- Bei bestehenden oder vorausgegangenen Vorboten eines Herzinfarktes
- Bei Vorliegen einer Erkrankung, die das Risiko für Blutgerinnsel in den Arterien erhöht (Diabetes mellitus mit Gefäßschäden, sehr hoher Blutdruck, sehr hohe Blutfettwerte (Cholesterin oder Triglyceride)
- Bei einer Blutgerinnungsstörung (z.B. Protein-C-Mangel)
- Bei bestehenden oder vorausgegangenen bestimmten Formen der Migräne (mit sog. fokalen neurologischen Symptomen)
- Bei bestehender oder vorausgegangener Entzündung der Bauchspeicheldrüse (Pankreatitis)
- Bei bestehenden oder vorausgegangenen Lebererkrankungen, so lange sich die Leberwerte nicht normalisiert haben
- Wenn Deine Nieren nicht richtig funktionieren (Niereninsuffizienz)
- Bei bestehenden oder vorausgegangenen Lebergeschwülsten
- Bei bestehendem oder vorausgegangenem Brustkrebs oder Krebs der Genitalorgane oder Verdacht darauf
- Bei jeglichen unerklärlichen Blutungen aus der Scheide
- Wenn Du überempfindlich (allergisch) gegen einen der Bestandteile (Wirk- und/oder Hilfsstoffe) Deiner Pille bist.
Darüber hinaus gibt es einige Situationen oder Erkrankungen, bei der eine besondere Vorsicht erforderlich ist, wenn eine Pille angewendet wird. Genaue Informationen dazu findest Du jeweils im Beipackzettel Deiner Pille.
Wenn einer oder mehrere dieser Gründe zutreffen oder sogar andere, seltenere Störungen vorliegen, solltest Du Dich ausführlich mit Deiner Frauenärztin oder Deinem Frauenarzt darüber unterhalten. Sie/er erklärt gerne genauer, wann und warum genau die Pille nicht in Frage kommt.
Dann gibt es andere Verhütungsmethoden, die besser geeignet sind.

