Hinter den Kulissen
Wenn die Hormone übernehmen
Hormone sind die kleinen, aber wichtigen Helfer im Hintergrund. Als Botenstoffe übermitteln sie Nachrichten zwischen den verschiedenen Organen. Und als solche sind sie entscheidend am Zyklus beteiligt.
Es beginnt alles im Kopf: Die Hirnanhangdrüse sendet mit Hilfe eines Hormons eine Nachricht an die Eierstöcke, ein Ei heranreifen zu lassen. Während die Eierstöcke ihrer Aufgabe nachkommen und im sogenannten Eibläschen (Follikel) das Ei reift, wird gleichzeitig das Hormon Estradiol, ein Estrogen, freigesetzt.
Dies ist das Signal für die Gebärmutter, sich ebenfalls vorzubereiten: Sie beginnt unter Wirkung der Estrogene mit dem Aufbau der Schleimhaut, in die sich die befruchtete Eizelle (der Verschmelzung aus Eizelle der Frau und Samenzelle des Mannes) später einnisten kann. Ist die Zeit gekommen, leiten wiederum die Hormone den Eisprung (Ovulation) ein – das Ei wandert in den Eileiter, um hier auf eine Samenzelle zu warten. Die zurückgebliebene Follikelhülle produziert jetzt Progesteron (Gelbkörperhormon), welches die Schleimhaut in der Gebärmutter für die Aufnahme der befruchteten Eizelle vorbereitet.
Wartet die Eizelle vergebens, löst sie sich schließlich auf. Trifft allerdings eine Samenzelle auf die Eizelle, verschmelzen beide miteinander. Das nun befruchtete Ei wandert in die Gebärmutter, um sich dort einzunisten. Der Anfang eines neuen Lebens ist gemacht.
Deine Tage sind das Zeichen dafür, dass genau das nicht passiert ist. Die Auflösung der Eizelle ist das Signal für die Eierstöcke, die Hormonproduktion einzustellen. Das wiederum veranlasst die Gebärmutter, die nun überflüssige Schleimhaut abzustoßen. Es blutet. Die Flüssigkeit besteht dabei aus Blut sowie Teilen der Schleimhaut. Du brauchst dir keine Sorgen zu machen: Während deiner Tage verlierst du nur sehr wenig Blut. Das ist vollkommen normal und nach einigen Tagen hört die Regelblutung ja auch wieder auf.
Doch damit ist es nicht vorbei. Der sinkende Hormonspiegel sagt der Hirnanhangdrüse, dass kein Ei befruchtet wurde. Darum geben sie den Befehl, ein neues Ei reifen zu lassen. Und so wiederholt sich Monat für Monat, Jahr für Jahr der gleiche Prozess.
Du solltest auf jeden Fall einen Regelkalender darüber führen, wann und wie oft du deine Tage hast. Das hilft dir, deine Körper besser zu verstehen und einschätzen zu lernen. Und so kann dein Frauenarzt auch feststellen, ob alles in Ordnung ist.

